Arthrose und Arthritis
Durch Ergotherapie Arthrose oder Arthritis lindern
Schmerzen sind oftmals das zentrale Thema bei Menschen, die unter Arthrose oder Arthritis leiden. Viele fühlen sich dadurch in ihrer Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigt. Ergotherapie kann helfen, trotz Schwierigkeiten an den Gelenken beweglich zu bleiben und die Schmerzen zu minimieren. Symptome und Art der Behandlung sind bei Arthrose und Arthritis unterschiedlich, da wir es mit zwei unterschiedlichen Gelenkerkrankungen zu tun haben. Wir stellen nachfolgend die beiden Diagnosen gegenüber.
Wie kommt es zu Arthrose?
Arthrose ist eine degenerative Erscheinung und häufig altersbedingt, da es über die Jahrzehnte zu Verschleißerscheinungen in den Gelenken explizit am Knorpel kommt. Der Knorpel sorgt für einen “reibungslosen Ablauf” in den Gelenken. Wird er jedoch durch Über- oder Fehlbelastung geschädigt, kann er seine Funktion nicht mehr erfüllen und die Knochen “reiben” aufeinander. Das kann schlimme Schmerzen und auch Entzündungen verursachen.
Was sind die typischen Symptome von Arthrose?
Wir haben zusammengefasst, welche Symptome bei Arthrose typisch sind. Sie ist übrigens eine der weltweit häufigsten Gelenkerkrankungen.
Bei vielen Patienten kommt es zu sogenannten Anlaufschmerzen, morgens nach dem Aufstehen oder bei den ersten Bewegungen nach einer Ruhephase. Sind die Gelenke viel im Einsatz, treten Belastungsschmerzen auf. Je ausgeprägter der Verschleiß, desto eingeschränkter ist die Beweglichkeit und desto häufiger flammen Entzündungen auf. Wie bei allen chronischen Schmerzen schlagen diese im Laufe der Zeit oftmals auf das Gemüt und können psychische Auswirkungen haben.
Wie wird Arthrose in der Ergotherapie behandelt?
- Um die Gelenke zu entspannen und zur Selbstheilung anzuregen, werden sogenannte Traktionsbehandlungen angewandt.
- Wärmetherapie sorgt bei Arthrose oft für eine nachhaltige Schmerzlinderung.
- Die Patienten trainieren mit individuellen Übungen die Beweglichkeit und sorgen für mehr Mobilisation.
- Weitere Übungen dienen der Feinmotorik und dem Kraftaufbau.
- Mit Blick auf den Alltag zeigen Ergotherapeuten ihren Patienten, wie sie sich gelenkschonend bewegen können und Überlastungen mehr vermeiden.
- Auch beraten sie in puncto Hilfsmittel und Umgestaltung von Wohnung und Arbeitsplatz.
Wie kann Arthritis entstehen?
Eine Arthritis entsteht meist in der zweiten Lebenshälfte, also ab dem 50. Lebensjahr, und betrifft häufiger Frauen als Männer. Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der sich Gelenke entzünden. Dadurch entstehen Schmerzen und Schwellungen. Langfristig können diese Entzündungen dazu führen, dass sich die Gelenke verformen, dass sie steif werden und in ihrer Funktion eingeschränkt sind. Die gute Nachricht: Die Erkrankung lässt sich gut behandeln – vorausgesetzt, die Diagnose wird früh gestellt”, schreibt die AOK auf ihrer Seite.
Die Entzündung einer Arthritis kann unterschiedliche Ursachen haben. Daher differenziert man zwischen der infektionsbedingten und der rheumatoiden Arthritis. “Bei der infektionsbedingten Arthritis gelangen Krankheitserreger durch den Körper in das Gelenk. Bei der rheumatoiden Arthritis, auch Polyarthritis genannt, ist eine Autoimmunreaktion für die Gelenkentzündung verantwortlich. Hierbei werden Antikörper gegen das Knorpelgewebe gebildet, die das Gelenk somit angreifen und nach und nach zerstören.”, beschreibt gesund-vital.de . Arthritis kann somit auch unter den Oberbegriff Rheuma fallen, das eine Vielzahl entzündlicher Erkrankungen vereint.
Was sind die Symptome von Arthritis?
Wie macht sich die Arthritis denn nun bemerkbar? Die typischen Anzeichen und der klassische Verlauf sind folgende:
Die Arthritis beginnt meist an Fingern und Zehen, diese sind geschwollen, werden warm und schmerzen. Oft lässt sich die Hand nicht mehr zur Faust ballen, die Beweglichkeit ist eingeschränkt und die Muskelkraft schwindet.
Die Arthritis breitet sich im fortgeschrittenen Stadium fast immer symmetrisch auch auf andere Gelenke wie Ellenbogen, Knie oder Schulter aus. Besonders morgens nach dem Aufstehen sind die Gelenke oft steif, geschwollen und tun weh. Die Bewegung ist eingeschränkt, Zehen und Finger sind unbeweglich.
Auch hier können sich die dauerhaften Schmerzen irgendwann auf die Psyche auswirken, die Lebensqualität ist eingeschränkt und wie immer bei chronischen Schmerzen kann es auch zu Depressionen kommen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten kommen bei Arthritis in Frage?
- Manuelle Therapie verhilft durch Mobilisation zu einer besseren Beweglichkeit.
- Beratung rund um Gelenkschutz: Optimierung von Bewegungsabläufen und Reduzierung von Belastungen.
- Wärme und Kältetherapie zur Schmerzlinderung.
- Spiegeltherapie zur besseren Wahrnehmung von Bewegungsabläufen und Schmerzlinderung.
- Beratung zu Hilfsmitteln wie ergonomischen Arbeitsgeräten, Greifhilfen oder Orthesen.
Wie kann die Lebensqualität erhalten bleiben?
Bei beiden Krankheiten hat für die Ergotherapie Priorität, die Lebensqualität zu erhalten, indem Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination gefördert werden bei gleichzeitiger Linderung der Schmerzen. Alltägliche Aktivitäten sollen den Patienten möglichst lange uneingeschränkt möglich sein, sie sollen so ihre Selbstständigkeit bewahren können. Die Therapeuten bedienen sich individueller und alltagsnaher Therapiemöglichkeiten, stets im Hinblick auf die Alltagsbewältigung.
Warum ist der Hausbesuch bei Ergotherapie so sinnvoll?
Bei Arthrose und Arthritis eignet sich der Hausbesuch hervorragend, um im häuslichen Umfeld auf die individuellen Bedürfnisse und Beschwerden der Patienten eingehen zu können. Vor Ort findet somit eine intensive und ganz persönliche Behandlung statt. Auf diese können sich die Patienten erfahrungsgemäß in ihrer vertrauten Umgebung besonders gut einlassen.